Restriktionen für Ausländer

Wenn Sie in Thailand investieren oder ein Unternehmen gründen wollen, sehen Sie sich als Ausländer mit Restriktionen konfrontiert.

Als Ausländer gelten:

  • Natürliche Personen, die nicht die thailändische Staatsbürgerschaft besitzen,
  • Juristische Personen, die im Ausland registriert sind, und
  • Juristische Personen, deren Gesellschaftskapital mindestens zur Hälfte von Ausländern gehalten wird oder von Ausländern investiert wurde.

Das thailändische Gesetz (in Form des sog. Foreign Business Act) sieht vor, dass Ausländer bestimmte  geschäftliche Tätigkeiten überhaupt nicht und andere Tätigkeiten nach Genehmigung ausüben dürfen. Tätigkeiten, die auf keiner der (drei) einschlägigen Listen genannt werden, sind nicht genehmigungspflichtig. Dazu gehören insbesondere Produktion in Thailand und Export aus Thailand. Ausländer, die eine nicht-genehmigungspflichtige geschäftliche Tätigkeit ausüben, bedürfen jedoch einer Arbeitserlaubnis.

Ist eine Genehmigung erforderlich, so kann diese bei der sog. Alien Business Section, des Department of Business Development bei dem Ministry of Commerce beantragt werden.

Für Groß- und groß angelegten Einzelhandel sieht das thailändische Recht eine Ausnahme vom Erfordernis einer Foreign Business License für den Fall vor, dass das registrierte Kapital des Handelsunternehmens mindestens THB 100.000.000 beträgt. Sofern sowohl Groß- als auch groß angelegter Einzelhandel betrieben werden, muss das registrierte Kapital mindestens THB 200.000.000 betragen. Allerdings müssen nur 25 % des registrierten Kapitals eingezahlt sein. Ein ausländisches Unternehmen mit einem eingezahlten Kapital von THB 50.000.000 kann als Groß- und Einzelhändler tätig sein.

Auch für Produktion und Export bedarf es grundsätzlich keiner Foreign Business License. Hinsichtlich der Produktion in Thailand ist jedoch Vorsicht geboten. Insbesondere gelten in Thailand lediglich zusammengesetzte Anlagen nicht als hier produziert.

Dagegen bedarf es für Dienstleistungen und Service wie Installation und Kundenservice grundsätzlich einer Foreign Business License.

Für eine bevorzugte Behandlung aufgrund des Freundschaftsabkommens zwischen Thailand und den USA (Treaty of Amity) das die Mehrheit des Unternehmens, für das die bevorzugte Behandlung gelten soll, ihrerseits nicht mehrheitlich von nicht-amerikanischen natürlichen oder juristischen Personen gehalten wird. Entscheidend ist das ultimate shareholding. Eine Bevorzugte Behandlung aufgrund des Treaty of Amity wird daher für die meisten deutschen Investoren auch bei Einbeziehung amerikanischer Tochterunternehmen nicht in Betracht kommen.

Die interessanteste Ausnahme von den für Ausländer und ausländische Unternehmen geltenden Restriktionen in Thailand ist die Förderung durch das Board of Investment (BOI), da sich diese Förderung auf Steuervergünstigungen und Erleichterungen in Hinblick auf Visa und Arbeitserlaubnisse (work permits) erstrecken kann.